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Silvergate, Signature & Co – US-Krypto-Branche vor dem Aus?

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Der Silvergate-Abgang ist längst nicht verdaut, schon sorgt die Signature-Bank für den nächsten Schock. Der Krypto-Branche gehen ihre Schlüssel-Banken aus. Dies bringt das Geschäftsmodell vieler Unternehmen ins Wanken.

Signature-Pleite folgt auf Silvergate-Aus

Die US-Krypto-Branche hat es hart getroffen. Innerhalb von einer Woche gingen zwei der wichtigsten Säulen verloren. Am letzten Mittwoch wurde die Silvergate-Bank geschlossen. Letzten Sonntag hat die Signature Bank ihre Pleite verkündet und ist nun ebenfalls vom Markt.

Damit entsteht für das US-Krypto-Ökosystem ein herber Rückschlag. Wie es der Wirtschaftsprofessor Austin Campbell auf den Punkt bringt, kommt das aktuelle Geschehen der Entfernung der Krypto-Branche aus dem Bankensektor gleich. Dies treffe explizit auf die schnellen 24/7-Zahlungen zu. Als Schlüsselbanken haben Silvergate und Signature eine Brücke zwischen dem Krypto- und Fiat-System gebaut.

Ganze 1.600 Krypto-Firmen haben auf Silvergate gesetzt und zügig Krypto-Währungen in US-Dollar umgesetzt. Wie Signature erklärt, konnte die Bank schon 2021 auf mehr als 800 Krypto-Kunden zählen. Im vierten Quartal des letzten Jahres war von einem Handelsvolumen von 275 Milliarden US-Dollar auszugehen. Im Vergleich dazu: Bei Silvergate wurden 117 Milliarden US-Dollar gehandelt.

Schnelle Transfers mit Signet

Signature hat ein besonders System genutzt und dadurch war es rund um die Uhr möglich, Krypto in Fiat zu tauschen. Damit Unternehmen einen System-Zugang erhielten, war ein Untersuchungsprozess notwendig. Dadurch sollten zweifelhafte Interessenten ferngehalten werden. Die Rechnung ging nicht wirklich auf, denn zu den Kunden waren auch FTX oder der kritisch zu betrachtende Stablecoin True USD von Justin Sun zu zählen. Wie Dirty Bubble Media einräumt, war nach der Überprüfung versäumt worden, die Aktivitäten weiterhin zu überwachen.

Viele Firmen sehen ihre Geschäftsmodelle in Gefahr, wenn die Fiat-Gateways beider Banken nicht weiter genutzt werden können. Beide Firmen hatten einen Löwenanteil ihrer Geschäfte in den USA abgewickelt. Wie das Forschungsinstitut Kaiko bekannt gibt, ist auf einigen US-Krypto-Börsen das Volumen der Transaktionen zwischen Bitcoin und US-Dollar bereits auf bis zu 45 Prozent gefallen.

Ausweiche als Rettungsanker   

Jaret Seiberg hat die aktuelle Lage gegenüber CNBC analysiert. Durch die Warnungen wird es den größten Banken schwergemacht, die Krypto-Branche zu versorgen. Die Chance sei das regulatorische Risiko nicht wert, betonte der Analyst. Schrumpfe die Krypto-Branche auf eine Handvoll kleinerer Banken, müsste von einer höheren Liquidation ausgegangen werden. Dadurch treten Risiken auf, die eigentlich die Bankaufsichtsbehörden vermeiden wollen.

Kritiker bezeichnen das Vorgehen der US-Behörden als Operation Chokepoint 2.0 und vermuten eine gezielte Strategie von Regierungsseite, dem Krypto-Sektor langsam den Hahn abzudrehen. Dies lässt Vergleiche zum Vorgehen gegen die Porno- und Glückspielindustrie zu.

Als Silberstreifen am Horizont sieht Austin Champbell das Ausweichen auf andere Jurisdiktionen. Ein möglicher Zufluchtsort für die angeschlagene Krypto-Branche wäre zum Beispiel Hongkong. Die Stadt zeigt sich offen für neue Krypto-Gesetze. Ein weiterer Rettungsanker könnte bei Kraken zu suchen sein. Die Krypto-Börse möchte in Wyoming eine eigene Krypto-Bank etablieren.     

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